Start Chronik

Chronik

Erst seit 1804 gibt es in Otting einen eigenständigen Wirt. Hier zeigt sich die Tatsache, dass der Ort Otting über viele Jahrhunderte hinweg nur aus Kirche, dem Pfarrhof und dem Mesner- bzw. Schulhaus bestand - sonst war da nichts! Oder doch?

Bereits 1660 beklagten sich die Waginger Wirte und Brauer darüber, dass der Ottinger Mesner, Lehrer und Organist Ruepp Hainpuecher heimlich in seinem Haus eine “Winkel-Wirtschaft” führe. Die neidischen Wirte konnten eine solche Konkurrenz natürlich nicht dulden. In Wirklichkeit war Hainpuecher ein armer Schlucker, der nebenher nach einer weiteren Einnahmequelle Ausschau halten musste. Die in einer Mischung aus Scheinheiligkeit und Neid abgefasste Klage verlief jedenfalls im Sande und es existierte noch Generationen später die Gepflogenheit, im Mesnerhaus die Kirchgänger für den beschwerlichen Heimweg mit Getränken zu laben. Der nächstgelegene ordentliche Wirt für die Ottinger Kirchgänger war der Wirt in Holzhausen; auf dem “Holzhausener Kirchweg” konnte man ihn in etwa einer halben Stunde erreichen.

Mehrere Male hatte der “geldige” Holzhausener Wirt Georg Pölzl (Pötzl, Pözl, Pezl) zwischen 1730 und 1747 Anträge zum Bau einer Wirts-Filiale in Otting auf Pfarrgrund gestellt, war aber jedesmal abgewiesen worden.

 


Erst am 30. Jenner 1804 wird seinem Nachfolger Michael Kranacker das Recht erteilt, auf “Pfarrwidumsgrund zu Otting, nächst der Landtstrasse ein Würthshäusl samt Pferdestall und Gärtl” zu errichten.
Das Ottinger Wirtshaus ist also ursprünglich eine Filiale des Holzhausener Wirts.

Durch die Jahrhunderte wechselte das Anwesen mehrere Male den Besitzer; zuletzt 1991, als es von dem Ehepaar Heinrich und Alice Thaler von Hochreit gekauft und renoviert wurde. Sie verpachteten das Wirtshaus, bis es 2006 die beiden Töchter Elisabeth und Veronika Thaler übernahmen.